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Privilegierte Bürgerschützen-Gesellschaft Radeberg i/Sa e.V.

1700 - 1874

Das Radeberger Königsschießen fand traditionell zu Pfingsten statt und war immer ein großes Volksfest. Beginnend mit dem Schützengottesdienst und einem stattlichen Zug zur Festwiese brachte das Schützenfest zu damaliger Zeit ganz Radeberg auf die Beine. Das mehrtägige Fest endete schließlich mit dem Auszug der Schützen zur Königstafel, wobei der glückliche Schützenkönig vom Bürgermeister geleitet wurde und der Stadtmusikus die Musik dazu stellte. Da seit alter Zeit jeder König ein silbern Schildchen gestiftet hatte war ein so reicher Silberschatz zusammen gekommen, dass der Gekrönte dabei auch noch eine ganz erhebliche Last zu tragen hatte. Erster heute noch namentlich bekannter Schützenkönig Radebergs war 1712 ein Herr Carl Daniel Clauß aus Dresden.
Anno 1715 ist dann wegen des großen Stadtbrandes nicht geschossen worden. Bei dem Brande am 17. Juli 1714, der die Stadt Radeberg völlig in Asche legte, wurden die Schützen ihrer Lade mit Schriften und Kostbarkeiten beraubt. Auch die uralte Chronik der Bürgerschützen ging mit im Feuer unter. Eine neue Chronik wurde erst im Jahre 1743 angelegt, selbige befand sich immer wohlverwahrt in den Händen der Schützengesellschaft und es waren in ihr „alle Begebenheiten, die sich im Laufe der Jahrhunderte ereigneten, getreulich geschildert“.
Ein größeres Schützenhaus wurde anno 1722 an neuer Stelle vor der wachsenden Stadt erbaut, an der heutigen Pulsnitzer Straße. Zur Förderung des Schützenwesens erhielt dann 1730 die hiesige Bürgerschützengesellschaft das Privileg  des so genannten Schützenbieres, d.h. das Recht jährlich "1 Bier zu 30 Scheffel Schutt und 15 Fass Guss" steuerfrei abzubrauen.. Sie gehörte fortan zu den privilegierten Gilden, die von Kurfürst August alljährlich eine Summe von 15Taler 12 Neu- groschen 5 Pfennig aus dem Landeshauptzahlamte erhielt. Derselbe Landesherr stiftete den Schützen dann noch eine Fahne als Geschenk, welche am 14. September 1754 aus dem Dresdner Zeughaus abgeholt, in einem festlichen Zuge nach Radeberg geführt und im Rathaus dann niedergelegt und aufbewahrt wurde.
In den Jahren 1757 bis 1762 ist dann wegen des 7jährigen Krieges nicht geschossen worden. Das Schießhaus, in diesem Kriege von den Preußen zerstört, war aber schon 1763 wiederhergestellt.

Für den Bau eines neuen Schützenhauses machte die Gesellschaft 1795 einen Teil ihres Silbers zu Geld und behielt nur die schönsten Schilder als Königsschmuck. Das Haus war ein stattlicher Bau an selber Stelle, weit größer als das frühere. Im Jahre 1796 erhielten sie noch die Konzession zum Verschenken von Stadtbier, aber der Neubau hatte die Gilde in die Schulden gestürzt. Und so musste 1804 der alte Schützen- graben vor dem Obertor, die „Schützenwiese“ an der Schwarzen Röder und schließlich sogar das neue Schützenhaus selbst verkauft werden.

 Obwohl die Schützen von Alters her ganz militärisch organisiert waren unter einem Hauptmann, einem Oberleutnant, zwei Unterleutnants und vier Unteroffizieren trugen sie bis 1817 noch keine besondere Uniform. In jenem Jahr wurden sie aber gemäß einer königlichen Verordnung dann „mandatsmäßig uniformiert“. 1829 hielten die Bürgerschützen zusätzlich zum jährlichen Königsschießen noch ein gewöhnliche Vogelschießen im August ab, ebenfalls mit Aufzug. Das fand bei den Bürgern Radebergs soviel Anklang, dass man beschloss damit „zu continuieren“.
Seit 1838 bestanden in der Schützengilde neben der alten „Schützenkompagnie“ auch eine „Jägerkompagnie“, beide zusammen nennen sich nun „Schützen- und Jägercorps“. Während die Schützenkompanie blaue Uniformen trug, wählten sich die Jäger die grüne Farbe des Waldes. Durch „königliche Huld und Gnade" wurde ihnen dann im Jahre 1873 eine neue Fahne verehrt und diese durch den Amtshauptmann feierlich übergeben. Das über hundert Jahre im Gebrauch gewesene alte Wahrzeichen wurde in das Dresdener Arsenal zur Aufbewahrung zurückgebracht.
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